Kleine Ägypterin ganz groß

Maharih - Foto: ToischelMaharih
(El Shahwan x Maboubah)
Züchter: Peter Groß
*04.02.1998

Maharih ist im Besitz von Frau Dr. Sabine Pfaff. Dr. Pfaff hält ihre Pferde in Offenstallhaltung am Haus und ist Freizeit- und Distanzreiterin. Ohne ein asiles Pferd besessen zu haben trat Dr. Pfaff in den Asil Club ein und drückte damit ihre Wertschätzung gegenüber diesen Pferden aus.

Eine besondere Faszination übten auf Dr. Pfaff die Nachkommen von El Thay Ibn Halim Shah aus und sie machte es Dingfest an der Moheba-Linie, weshalb sie Maharih kaufte.

Als Maharih 3 Jahre alt wurde fing das Reiterherz von Dr. Pfaff sich schon an zu freuen und 4jährig nahm sie Maharih an die Longe.

Etwa zur gleichen Zeit machte sich Dr. Pfaff Gedanken darüber, welcher Hengst zu Maharih passen könnte. Da Maharih ingezüchtet ist, fiel die Entscheidung auf Al Kidir als Outcross. Zu diesem Zeitpunkt ging die Maul- und Klauenseuche um und Dr. Pfaff hoffte, dass das Transportverbot ihr keinen Strich durch die Rechnung machen würde. Es klappte und so reiste Maharih nach Bayern zu Al Kidir. Maharih wurde tragend und 2002 fiel das Stutfohlen Mahayyl, die übrigens bis heute bereits 1125 Distanzkilometer gelaufen ist.

Ende 2002 kam Maharih zu einem Westerntrainer in die reiterliche Ausbildung. Maharih kam gesund und munter vom Trainer zurück, wundervoll schlank - auf den Punkt gefüttert! Das hielt nicht lange an, denn bei Dr. Pfaff gibt es Heu satt.

Dr. Pfaff gewöhnte Maharih an das Gelände als Handpferd und die Pferdegespenster ließen Maharih oft zappeln, woran sich Dr. Pfaff erst mal gewöhnen musste. Das anfängliche zappeln auch unter dem Reiter behielt Maharih bei. Mit großem Anstand gegenüber Maharih führte Dr. Pfaff sie an die Wander- und Distanzritte heran – stieg auch mal ab, wenn sich Maharih ängstigte und ließ ihr Zeit, Zeit, Zeit.

Im Mai 2004 war Maharih auch schon soweit fit, dass sie mit ihr bis zu 30 km reiten konnte - gemächlich, d.h. zwischen 7 und 8 km/h, also normales bis flottes Ausreittempo. Sie verloren auch immer weniger Zeit durch Pferdegespenster. Sie gewöhnte sich sehr schnell an Rinder auf der Weide, schwere Fahrzeuge im Wald und Radfahrer mit Hund.

Da Dr. Pfaffs Vollblutaraberstute im Herbst 2004 oftmals lahmte, sie aber am wendländischen Dreikampf starten wollte und das Familienteam auch schon fest eingeplant war, musste ein Ersatzpferd her. Maharih war durch Jaimas Ausfälle in diesem Jahr sehr viel geritten worden, warum also nicht mit ihr starten? Ihr junges arabisches Nervenkostüm war allerdings noch recht dünn, also reifte die Idee heran, vorher schon mal mit ihr auf einem „normalen“ Distanzritt zu starten, um sie an den Trubel zu gewöhnen. Es war ein gelungenes Debüt. Maharih macht auch am Folgetag einen guten Eindruck. Die Beine waren klar, der Rücken unempfindlich und die Muskeln locker.

Und so begann Maharis Kilometer-Karriere. Ihr erfolgreichstes Jahr war 2007. Da hat sie 4 Wettkämpfe gewonnen, darunter den 5-Tages-Ritt über die Alb. Die kleine Ägypterin ist allen davon gelaufen und hat es allen gezeigt mit ihren 3897 Kilometern für sich.

Was ist das Besondere an Maharih, fragte ich Dr. Pfaff: „Sie ist kein Jedermanns-Pferd. Man muss sich ihre Zuneigung echt verdienen. Sie hat sehr feine "Antennen". Deshalb ist sie auf den ersten 20 bis 30 km auch so schwierig. Sie fängt die leiseste Nervosität ein, die ich selbst habe. Wenn wir zur Ruhe gekommen sind, ist sie unschlagbar, lässt sich mit Gedanken lenken, bremsen, beschleunigen. Sie ist unglaublich leistungsbereit. Ich habe sehr selten erlebt, dass sie die Lauflust verloren hat und meist stimmte dann auch beim nächsten Tierarztcheck irgendetwas nicht. Als vor Jahren mein erstes eigenes Pferd eingeschläfert werden musste, dachte ich, so sehr wächst einem kein zweites Pferd ans Herz - aber weit gefehlt, der Tag, an dem Maharih abtritt, möge weit weit weg sein. Mir graut davor! Deshalb bemühen wir uns auch um ein weiteres Fohlen von ihr, auch wenn sie dafür dieses und nächstes Jahr für Distanzritte ausfällt. Aber Mahayyl macht ihre Sache sehr gut und tritt in die Fußstapfen ihrer Mutter. Letztes Jahr war sie auf Platz 11 beim Albritt und hat die gesamte Strecke zurückgelegt. Wenn man ein Pferd reitet, lernt man es erst richtig kennen. Ich habe den Kauf von Maharih nie bereut, auch wenn sie kein Schnäppchen zu sein schien und aus einem Gestüt stammt, in dem kein Pferd geritten wird. Maharih ist heute unbezahlbar. Ihr Züchter freut sich übrigens auch über Maharihs Wettkampferfolge, auch wenn ihn ein weiteres Fohlen sicher mehr interessiert!

Since 2004: 605 km on long-distance rides
11th place Five-Days Ride 2005 (309 km)
5th place Böthow long-distance ride 2005 (80 km)
5th place Drawehn-Trail 2006 (140 km)
5th place Marathon Nord 2006 (180 km)
2nd place Naturpark Dübener Heide Endurance 2006 (82 km)
8th place Schwäbische Alb-Weites Land Endurance 2006 (348 km)
Stutenleistungsprüfung
VZAP Distanzchampionat 2007 

Im März 2011, Rosi Straub